Über mich – Zwischen Kaffeeduft, Kunstgesprächen und der Dramaturgie guter Räume bewege ich mich seit Jahren irgendwo zwischen Feuilleton, kultureller Feldforschung und emotionaler Innenarchitektur. Nicht beruflich allein — eher existenziell.

Ich interessiere mich für Orte, die mehr sind als schön. Für Räume mit Nervensystem. Für Häuser, Hotels, Galerien, Gärten, Küchen, Terrassen und urbane Zwischenwelten, die etwas in Menschen auslösen, noch bevor jemand erklären kann warum. Als unabhängige Redakteurin, Künstlerin und Betreiberin von INANI Magazin für Räume, Natur und Gastfreundschaft beschäftige ich mich nicht nur mit Ästhetik, sondern mit Resonanz.

Mit Atmosphären. Mit der Frage, weshalb manche Orte sofort Geborgenheit, Sehnsucht oder Gesprächslust erzeugen — während andere trotz perfekter Gestaltung emotional vollkommen leer bleiben.

Ich lese Räume vermutlich wie andere Menschen Gedichte lesen. Mich interessiert nicht nur Architektur, sondern die Choreografie dahinter: Wie bewegen sich Menschen durch einen Raum? Wann entsteht Intimität? Warum erinnert man sich Jahrzehnte später noch an bestimmte Lichtstimmungen, Geräusche oder Gespräche an einem langen Tisch? INANI entstand genau aus diesem Bedürfnis heraus: langsamer und genauer hinzusehen. Räume nicht als Konsumobjekte zu betrachten, sondern als kulturelle Organismen. Als Spiegel gesellschaftlicher Sehnsüchte. Als Orte von Erinnerung, Projektion und Identität.

Dabei bewege ich mich oft zwischen den Disziplinen. Zwischen Kunst, Design, Psychologie, Gastfreundschaft, Naturbeobachtung, Architektur, Storytelling und kultureller Atmosphäre. Mich faszinieren die Zwischentöne mehr als das Offensichtliche. Als kreative ADHS-Persönlichkeit denke ich selten linear. Mein Kopf funktioniert eher wie ein assoziatives Archiv aus Bildern, Gesprächen, Materialien, Textfragmenten, Lichtstimmungen und kulturellen Querverbindungen. Manchmal chaotisch. Oft intensiv. Aber genau daraus entsteht auch meine Art zu arbeiten: intuitiv, aufmerksam, hyperfokussiert und mit großer Sensibilität für Menschen und Räume.

Ich registriere Stimmungen schnell. Ich erkenne Spannungen, bevor sie ausgesprochen werden. Ich liebe Gespräche, die plötzlich von Architektur zu Kindheitserinnerungen, von Kunst zu Essen oder von Design zu gesellschaftlichen Fragen springen. Vielleicht, weil mich Kultur nie nur als Oberfläche interessiert hat, sondern immer als emotionales Betriebssystem unseres Zusammenlebens.

Viele Orte wirken heute wie perfekte Instagram-Kulissen mit kontrollierter Ästhetik und emotionaler Sterilität. Mich interessiert dagegen etwas Schwierigeres: kulturelle Intimität. Räume, die nicht beeindrucken wollen, sondern berühren.

Gastfreundschaft bedeutet für mich deshalb auch weit mehr als Service. Sie ist Aufmerksamkeit. Präsenz. Atmosphäre. Die Fähigkeit, Menschen das Gefühl zu geben, gemeint zu sein.

Ich liebe mediterrane Landschaften, alte Steinhäuser, Design mit Patina, moderne Architektur, große Fenster, gute Bücher mit Eselsohren, urbane Melancholie, lange Gespräche bei Wein, Pflanzen, Naturgeräusche und Orte, an denen man sofort ein paar Tage länger bleiben möchte.

Meine Arbeit ist letztlich immer eine Form von Wahrnehmung.
Oder vielleicht der Versuch, herauszufinden, warum bestimmte Räume, Menschen und Momente plötzlich ein Gefühl von Zuhause erzeugen — selbst mitten in der Fremde.